Kündigungsschreiben Muster: Aufbau, Fristen und Beispiele
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Wer kündigt, muss einige Formalien einhalten — sonst wird die Kündigung verworfen oder die Frist läuft falsch. Ein Kündigungsschreiben ist zum Glück kurz: korrekter Empfänger, verbindliche Kündigungsfrist, Hinweis auf das Arbeitsverhältnis, Wunsch nach einer schriftlichen Bestätigung und eigenhändige Unterschrift. Auf dieser Seite findest du das Muster zum Übernehmen, die gesetzlichen Fristen im Überblick und die Antworten auf die häufigsten Fragen — plus den direkten Einstieg in deine neue Bewerbung.
Die Vorlage wird direkt in deinem Profil geöffnet — auch wenn du sie noch nie gespeichert hast.
Kündigungsfristen: das gilt gesetzlich
Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt die Fristen für Arbeitsverhältnisse. Wenn der Vertrag nichts anderes sagt, gilt die Grundfrist: vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Monats. Achtung: Für Kündigungen durch den Arbeitnehmer darf im Vertrag keine längere Frist stehen als für den Arbeitgeber. Bei betriebsüblichen Fristen steigt die Frist mit der Betriebszugehörigkeit des Arbeitgebers; die Grundfrist für die eigene Kündigung bleibt davon unberührt, solange der Vertrag nichts anderes bestimmt. Im Vertrag kann auch eine kürzere Probezeitfrist stehen — während der Probezeit sind zwei Wochen üblich. Im Zweifel zählt, was in deinem Arbeitsvertrag und im anwendbaren Tarifvertrag steht; die Betriebsart (Betriebsgröße, Branche) kann weitere Regeln auslösen.
- Grundfrist: 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende (§ 622 Abs. 1 BGB)
- Während der Probezeit: 2 Wochen, wenn der Vertrag das so vereinbart (§ 622 Abs. 3 BGB)
- Für die Kündigung durch den Arbeitnehmer gilt: höchstens dieselbe Frist wie beim Arbeitgeber (§ 622 Abs. 4 BGB)
- Schriftliche Form ist Pflicht: eigenhändige Unterschrift auf Papier; E-Mail, WhatsApp und Fax genügen nicht (§ 623 BGB)
- Kündigungsgrund muss nicht genannt werden, solange nichts anderes vertraglich vereinbart ist
Der Aufbau eines Kündigungsschreibens
Eine halbe DIN-A4-Seite reicht. Die Reihenfolge entspricht dem Standard eines Geschäftsbriefs nach DIN 5008 — dieselbe Ordnung, die auch für Lebenslauf und Anschreiben gilt.
- Absender mit vollständiger Anschrift des Arbeitnehmers
- Empfänger: exakter Firmenname und Anschrift der Personalabteilung — meist aus dem Arbeitsvertrag
- Ort und Datum
- Betreff: „Kündigung meines Arbeitsverhältnisses“
- Ansprechpartner im Betreff oder Anschreiben benennen
- Kündigungsfrist klar benennen: Datum oder Frist mit Bezugsdatum
- Bitte um schriftliche Bestätigung der Kündigung und des Beendigungsdatums
- Bitte um Ausstellung des Arbeitszeugnisses
- Grußformel und eigenhändige Unterschrift (nicht nur getippter Name)
Was gehört hinein — und was nicht
Kürzer ist besser. Ein Kündigungsschreiben ist ein Rechtsdokument, kein Gesprächsersatz.
- Nicht nennen: Kündigungsgrund, Ärger, Details zum neuen Arbeitgeber
- Nicht verzichten: das Enddatum oder die Frist, Unterschrift, vollständige Firmenanschrift
- Empfohlen: Bitte um Arbeitszeugnis und um Bestätigung des Endtermins
- Empfohlen: Zustellnachweis sichern — Übergabe gegen Empfangsbestätigung oder per Boten mit Bevollmächtigtem
Typische Fehler und ihre Folgen
Die häufigsten Stolperfallen entstehen bei Form, Frist und Zustellung.
- Kündigung per E-Mail verschickt — unwirksam, weil die gesetzliche Schriftform fehlt
- Falsche Frist gerechnet: „zum Monatsende“ statt „zum 15. des Monats“ prüfen
- Falscher Empfänger: Personalabteilung statt der im Vertrag genannten Gesellschaft
- Unterschrift fehlt oder der Name wurde nur getippt
- Frist versehentlich nicht berechnet: arbeitsfreie Tage zählen mit
- Beim Betriebsrat-Betrieb ohne Hinweis: die Betriebszugehörigkeit kann für längere Fristen gelten — im Vertrag nachsehen
Nach der Kündigung: die neue Bewerbung starten
Sobald die Kündigung in der Post oder auf dem Tisch des Chefs liegt, lohnt es sich, die Bewerbung vorzubereiten. Mit KlarResume erstellst du den Lebenslauf in Minuten: DIN-5008-konformes Layout, ATS-Check gegen die neue Stellenanzeige und ein Anschreiben mit der passenden KI-Unterstützung. So kannst du schon in der Kündigungsfrist erste Bewerbungen verschicken — sauber strukturiert und ohne Word-Bastelaufwand.
Kündigungsschreiben in 5 Schritten
Schritt 1: Frist prüfen
Schlage im Arbeitsvertrag die Kündigungsfrist nach und rechne das Enddatum — zum 15. oder zum Monatsende, je nach Vertrag.
Schritt 2: Empfänger festlegen
Notiere den exakten Firmennamen und die Anschrift aus dem Arbeitsvertrag oder der letzten Lohnabrechnung.
Schritt 3: Brief schreiben
Übernimm das Muster: Betreff, Frist, Bitte um Bestätigung und Arbeitszeugnis, Grußformel.
Schritt 4: Unterschreiben und zustellen
Mit der Hand unterschreiben und persönlich übergeben oder per Boten zustellen — mit Empfangsbestätigung.
Schritt 5: Neue Bewerbung vorbereiten
Lebenslauf aktualisieren, ATS-Check laufen lassen, Anschreiben für die neue Stelle formulieren und rechtzeitig versenden.
Vollständige Musterschreiben
Muster: fristgerechte Kündigung
Standardfall: befristungsloses Arbeitsverhältnis, gesetzliche Grundfrist, Kündigung zum Monatsende.
Max Mustermann Musterstraße 12 10115 Berlin Muster GmbH & Co. KG Personalabteilung Hauptstraße 1 10117 Berlin Berlin, 15. September 2026 Kündigung meines Arbeitsverhältnisses Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum 30. September 2026. Ich bitte Sie, mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das Beendigungsdatum schriftlich zu bestätigen. Weiterhin bitte ich Sie um die Ausstellung meines Arbeitszeugnisses. Mit freundlichen Grüßen Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)
Muster: Kündigung in der Probezeit
Kurzfristiger Wechsel während der Probezeit; die Vertragfrist von zwei Wochen ist eingehalten.
Lena Beispiel Beispielweg 5 80331 München Beispiel AG Personalabteilung Bahnhofstraße 2 80335 München München, 3. November 2026 Kündigung meines Arbeitsverhältnisses Sehr geehrte Frau Schneider, hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis gemäß der vereinbarten Probezeitfrist von zwei Wochen zum 17. November 2026. Ich bitte Sie um eine schriftliche Bestätigung des Beendigungstermins sowie um die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses. Mit freundlichen Grüßen Lena Beispiel (handschriftliche Unterschrift)
Checklisten vor dem Absenden
Vor dem Absenden prüfen
- Kündigungsfrist aus dem Arbeitsvertrag noch einmal geprüft
- Enddatum korrekt berechnet (zum 15. oder zum Monatsende)
- Empfängeranschrift exakt wie im Arbeitsvertrag
- Eigenhändige Unterschrift unter dem Brief
- Kopie oder Foto des unterschriebenen Schreibens aufbewahrt
- Zustellnachweis gesichert (Übergabe mit Empfangsbestätigung)
Häufige Fragen
- Muss ich einen Grund für die Kündigung angeben?
- Nein. In einem unbefristeten Arbeitsverhältnis musst du deinen Kündigungsgrund nicht nennen. Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, genügt die Frist. Auch nach einer Beschäftigungsphase von mehr als sechs Monaten mit mehr als zehn Mitarbeitern im Betrieb greift das Kündigungsschutzgesetz — für deine eigene Kündigung brauchst du dennoch keinen Grund.
- Reicht eine E-Mail oder WhatsApp-Nachricht?
- Nein. Nach § 623 BGB muss die Kündigung schriftlich erfolgen und eigenhändig unterschrieben sein. E-Mail, WhatsApp und Fax erfüllen diese Form nicht — sie sind unwirksam. Drucken Sie das Schreiben aus, unterschreiben Sie es und übergeben oder versenden Sie es auf dem Postweg.
- Welche Frist gilt, wenn der Vertrag nichts anderes sagt?
- Die gesetzliche Grundfrist nach § 622 BGB: vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Monats. In der Probezeit können zwei Wochen vereinbart sein. Für die Kündigung durch den Arbeitnehmer darf im Vertrag keine längere Frist stehen als für den Arbeitgeber.
- Wie weise ich nach, dass die Kündigung zugegangen ist?
- Übergib das Schreiben persönlich gegen Empfangsbestätigung oder lasse es von einer bevollmächtigten Person zustellen. Ein Einwurf-Einschreiben ist ebenfalls üblich; bei Krankheit oder Urlaubsabwesenheit hilft eine Vertretung, damit die Frist nicht verschenkt wird.
- Muss ich in der Kündigungsfrist noch arbeiten?
- Ja. Bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses bestehen die Pflichten fort — auch Urlaubstage sind grundsätzlich mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren. Plane die Bewerbung deshalb in der Frist: KlarResume hilft dir, den Lebenslauf zu aktualisieren und passende Stellen zu finden.
- Was gehört ins Kündigungsschreiben?
- Absender, Empfänger, Ort und Datum, Betreff („Kündigung meines Arbeitsverhältnisses“), die Frist mit Enddatum, die Bitte um schriftliche Bestätigung und um ein Arbeitszeugnis sowie die eigenhändige Unterschrift. Nicht nötig: Kündigungsgrund, Ausreden oder Details zum nächsten Arbeitgeber.
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