Gehaltsvorstellung in der Bewerbung angeben

Wenn eine Stellenanzeige nach der Gehaltsvorstellung fragt, ist das Teil der Auswahl: Wer die Angabe weglässt, wird schneller aussortiert. Gefragt ist das Brutto-Jahresgehalt, formuliert als eine Zahl oder eine enge Spanne — nachvollziehbar begründet durch Qualifikation und Region.

Die Vorlage wird direkt in deinem Profil geöffnet — auch wenn du sie noch nie gespeichert hast.

Wo die Gehaltsvorstellung hingehört

In den letzten Absatz des Anschreibens, direkt vor oder nach der Angabe zum frühestmöglichen Eintrittstermin. Nie in den Lebenslauf.

  • „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 54.000 € brutto im Jahr.“
  • „Ich orientiere mich an einem Jahresbruttogehalt zwischen 52.000 und 56.000 €.“
  • „Verfügbar ab 01.10., meine Gehaltsvorstellung liegt bei …“

Die richtige Zahl finden

Vergleiche Branche, Unternehmensgröße, Bundesland und Berufserfahrung. Tarifverträge, Gehaltsspiegel der Branchenverbände und Angaben in ähnlichen Anzeigen sind belastbarer als Bauchgefühl. Eine Spanne von rund 10 Prozent zeigt Verhandlungsbereitschaft, ohne beliebig zu wirken.

Gehaltsvorstellung bei Teilzeit angeben

Bei Teilzeit gilt dieselbe Regel wie bei Vollzeit: Nenne ein Brutto-Jahresgehalt — aber schreibe die Wochenstunden dazu, sonst ist die Zahl nicht einzuordnen. Rechne dafür das Vollzeitgehalt anteilig um (Beispiel: 48.000 € bei 40 Stunden entsprechen 28.800 € bei 24 Stunden).

  • „Bei einer Teilzeitstelle mit 25 Wochenstunden liegt meine Gehaltsvorstellung bei 31.000 € brutto jährlich.“
  • „Auf Basis von 30 Wochenstunden orientiere ich mich an 39.000 bis 42.000 € brutto im Jahr.“
  • „Meine Vorstellung entspricht 55.000 € brutto in Vollzeit, anteilig für 20 Stunden also 27.500 €.“
  • Minijob: Stundenlohn nennen statt Jahresgehalt („13,50 € pro Stunde“), die Verdienstgrenze im Blick behalten.
  • Nie den Vollzeitwert stehen lassen, wenn du dich auf eine Teilzeitstelle bewirbst — das wirkt unrealistisch.

Orientierung nach Situation

Diese Faustregeln helfen, bevor du in Gehaltsspiegel und Tarifverträge schaust.

  • Berufseinstieg nach Ausbildung: am Tarif oder Einstiegsband der Branche orientieren, Spanne eng halten
  • Berufseinstieg nach Studium: Fachrichtung und Unternehmensgröße wiegen schwerer als die Note
  • 3–7 Jahre Erfahrung: aktuelles Gehalt plus 8–15 Prozent bei einem Wechsel mit mehr Verantwortung
  • Führungsverantwortung: fixes Jahresgehalt nennen, variable Anteile separat erwähnen
  • Süddeutschland und Ballungsräume liegen meist über dem Bundesschnitt, ländliche Regionen darunter
  • Öffentlicher Dienst: keine freie Zahl, sondern die passende Entgeltgruppe nennen (z. B. „Eingruppierung nach TVöD E 9b“)

Häufige Fehler

Nettoangaben, Monatsgehälter ohne Hinweis auf 12 oder 13 Zahlungen und Formulierungen wie „verhandelbar“ ohne Zahl kosten Glaubwürdigkeit. Nenne immer brutto pro Jahr und halte die Angabe in der Bewerbung und im späteren Gespräch konsistent.

Checklisten vor dem Absenden

Vor dem Absenden prüfen

  • Brutto und Jahreszeitraum stehen ausdrücklich im Satz
  • Bei Teilzeit sind die Wochenstunden genannt
  • Die Zahl ist mit Tarif, Gehaltsspiegel oder Vergleichsanzeigen belegbar
  • Die Angabe steht im Anschreiben, nicht im Lebenslauf
  • Spanne maximal rund 10 Prozent breit
  • Verfügbarkeit ist im selben Absatz genannt

Häufige Fragen

Was, wenn keine Gehaltsvorstellung verlangt wird?
Dann lässt du sie weg. Eine ungefragte Angabe engt deinen Verhandlungsspielraum unnötig ein.
Spanne oder feste Zahl?
Beides ist üblich. Eine feste Zahl wirkt entschlossen, eine enge Spanne signalisiert Gesprächsbereitschaft.
Zählen Boni und Firmenwagen mit?
Nenne das fixe Jahresbruttogehalt und weise variable Bestandteile getrennt aus, wenn sie relevant sind.
Wie gebe ich die Gehaltsvorstellung bei Teilzeit an?
Als Brutto-Jahresgehalt mit Angabe der Wochenstunden, anteilig aus dem Vollzeitwert berechnet. Beispiel: „Bei 25 Wochenstunden liegt meine Gehaltsvorstellung bei 31.000 € brutto jährlich.“
Was schreibe ich als Berufseinsteiger ohne Vergleichswert?
Orientiere dich am Tarif oder am Einstiegsband der Branche und nenne eine enge Spanne. Ein Satz wie „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 38.000 bis 40.000 € brutto im Jahr“ ist üblich und wirkt informiert.
Darf ich das Gehalt im Lebenslauf angeben?
Nein. Der Gehaltswunsch gehört ausschließlich in den Schlussabsatz des Anschreibens.

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